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Kein Bargeld mehr am ausländischen Geldautomaten

© André Reichardt - Fotolia.com

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Um Missbrauch zu verhindern, setzen viele deutsche Banken auf EC-Karten mit Chiptechnik. Dass dieses Verfahren unangenehme Konsequenzen für Reisen außerhalb Europas haben kann, ist nur wenigen Bankkunden bewusst.

Denn Bargeld vom Automaten gibt es künftig nur noch in Europa oder der Türkei. Bei Reisen nach US-Amerika etwa wird der Bankautomat keinen einzigen Pfennig oder Penny herausrücken. Dafür sind Karten mit Maestro- oder Cirrus-Zeichen nötig – die neuen Karten der deutschen Banken aber tragen diese Zeichen nicht, sondern das angeblich besonders sichere Logo des V-Pays. Während frühere Karten weltweit von einer Millionen Geldautomaten akzeptiert wurden, sind es nun nur noch 343.000 Automaten.

Bundesweit waren im vergangenen Juli bereits zehn Millionen dieser V-Pay-Karten im Umlauf – Kunden von allen möglichen Kreditinstituten sind also betroffen. Während bei Karten mit dem Maestro- oder Cirrus-Zeichen die Informationen im Magnetstreifen gespeichert werden, sind diese bei V-Pay-Karten in einem Chip untergebracht. So soll das Auslesen oder Kopieren der Kartendaten erschwert werden – Kreditkarten-Fälscher sollen also keine Chance mehr haben. Dafür bestand in der Tat Handlungsbedarf: Denn laut dem deutschen Bundeskriminalamt verdoppelte sich im Jahr 2010 die Schadenshöhe durch solche Kriminalitätsfälle auf 50 Millionen Euro – Tendenz steigend.

Doch nicht nur im Ausland behindern Reisende die besonders sicheren Karten, auch im Innland oder in Europa kann es beim bargeldlosen Bezahlen zu Problemen kommen: Etwa an der Tankstelle, im Hotel oder Restaurant. Verbraucherschützer protestieren zu Recht dagegen, dass sich einerseits nur die Technologie in den Karten verbessert hätte, nicht aber die Automaten angepasst worden wären. Eventuell steht hinter der Umstellung auf V-Pay-Karten auch ein ganz anderes Ziel seitens der Banken: Denn um im Ausland noch wie gewohnt Geld zu erhalten, brauchen Reisende jetzt teure Kreditkarten und zahlen hohe Entgelte.